Verein »Verkehrswende Cloppenburg-Emsland« e.V.

05.09.2012: Kreis Cloppenburg prüft Durchfahrtverbot nach sechs Jahren


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Pressemitteilung:

Der unabhängige Verkehrswissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Gert Marte aus Bremen hat das Nutzen-Kosten-Verhältnis des geplanten E233-Ausbaus von 4,6 auf maximal 1,03 zurückgestuft. Die Zahlen aus der offiziellen Verkehrswirtschaftlichkeitsuntersuchung (VWU) wurden von ihm nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die viele Fehler der VWU korrigieren, neu bewertet.

Unsere Argumentation gegen den Ausbau wird durch Prof. Martes Stellungnahme zur VWU sehr stark gestützt, und dabei hat er den von uns kritisierten viel zu hoch angesetzten vorausgesagten Zuwachs des Lkw-Verkehrs noch nicht einmal berücksichtigt, so Ulf Dunkel vom Sprecherkreis der Bürgerinitiative Autobahn B213 Nein!. Prof. Marte setze sich in einer Gruppe unabhängiger Verkehrswissenschaftler seit Jahren fachlich dafür ein, dass die Bewertungskriterien der Straßenbauprojekte in Deutschland endlich realistischer würden. So würden laut Prof. Marte die sogenannten induzierten Verkehre, die durch den Ausbau solcher Strecken wie der E233 mit entstehen, gar nicht korrekt gewichtet. Auch die Spritkosten würden bei der Kostenermittlung längst nicht mehr realistisch kalkuliert.

Würde jetzt auch noch gewichtet, dass die VWU viel zu hohe Lkw-Verkehrszuwächse voraussagt, die durch nichts begründet sind, würde das Nutzen-Kosten-Verhältnis vollends unter 1,0 liegen, aber auch 1,03 ist absolut kein Grund, dieses Projekt weiter zu verfolgen, so Dunkel. Die BI fordert nach wie vor von der Politik, die Lkw-Mautflüchtlinge durch ein Durchfahrtverbot für Transit-Lkw von der Strecke zu holen und schnellstmöglich alle Anlieger und die heimische Wirtschaft und Bevölkerung wieder zu entlasten.

Die Stellungnahme von Prof. Marte ist unter www.verkehrswissenschaftler.de/stellung.htm und auf der Website der BI in deren Download-Bereich abrufbar.