Verein »Verkehrswende Cloppenburg-Emsland« e.V.

15.03.2012: Kneheim gegen B213-Ausbau


Zurück Weiter

Pressemitteilung:

Die Grünen im Landkreis Cloppenburg haben am 13. März in Kneheim zu einer Informationsveranstaltung über den geplanten B213-Ausbau zur Autobahn eingeladen. Da sich die Ausbaubefürworter sich in ihren eigenen Informationsveranstaltungenweigern, eine grundsätzliche Diskussion über die Notwendigkeit des Ausbaus zu führen, war Ulf Dunkel, Sprecher der Bürgerinitiative »Autobahn B213 Nein!«, gebeten worden, die Argumente der Ausbaugegner vorzustellen. Die Gaststätte Bokern war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Dunkel schilderte den Werdegang der Ausbaupläne und zeigte auf, welche Perspektiven sich mit und ohne Ausbau der Strecke zur Autobahn ergeben. Nach dem Ausbau, den er realistisch nicht vor 2030 sieht, würden Lärm und Verkehr sich mindestens verdoppeln, wenn die Zahlen der Ausbaubefürworter stimmen. Dabei sähe er auch die Gefahr, dass der Lärm zwar steigt, aber nicht weit genug, damit Lärmschutz gewährt wird. Es gebe weder einen Vorteil für die Transit-Lkw noch für die Wirtschaft oder die Bevölkerung der Region, wenn für eventuell 2 % Zeitersparnis von Rotterdam nach Hamburg eine Milliarde Euro und 20 Jahre Warten und Baustellen investiert werden sollen.

Eine rasche Entlastung der Strecke sei mit dem von der BI und den Grünen seit 2006 geforderten Durchfahrtverbot für Transit-Lkw zu erreichen. Selbst wenn man den Ausbau weiterplanen wolle, würde es kaum etwas kosten, das Durchfahrtverbot zur Probe für zwei Jahre zu installieren. Dunkel bat die Kneheimer, auf ihre Lokalpolitiker einzuwirken, diesen absolut preiswerten und effektiven Versuch zu starten. Zudem verwies er auf die schon jetzt entstandenen Schäden durch das Zögern der Politik. So seien dem Staat durch die Mautflüchtlinge seit 2006 schon zwischen 120 und 240 Millionen Euro durch die Lappen gegangen. Der Gemeinde Lastrup empfahl er, ein politisches Zeichen zu setzen und aus dem Städtering Zwolle-Emsland wieder auszutreten, dessen einziges Ziel als Lobby-Verein eben der Ausbau der Strecke zur Autobahn für die Transit-Lkw aus BeNeLux sei.

Die anschließende rege Diskussion zeigte, dass einige Landwirte Angst haben, rasch enteignet werden zu können, wenn sie sich weigern, ihre wertvollen landwirtschaftlichen Flächen für die Straße herzugeben. Nach allen Informationen, die wir haben, dauern solche Prozesse oft sehr viele Jahre. Es gibt keinen Grund für die Bauern, jetzt irgendwelche Flächen zu verkaufen!, so Ulf Dunkel. Die Anwesenden sprachen sich geschlossen gegen den Ausbau der E233 aus und wollen die BI beim Durchfahrtverbot unterstützen.

BI-Sprecher Gregor Hormes teilte mit, dass die BI am 22. März 2012 in Elbergen alle Landwirte und Grundbesitzer zu einer Abendveranstaltung mit dem bekannten Verkehrsrechtsanwalt Musch aus Ahlhorn einlädt. Dort werden die Themen Flächenverkauf und Enteignung behandelt.