Verein »Verkehrswende Cloppenburg-Emsland« e.V.

02.03.2011: Leserbrief: Bitte Fakten statt Märchen


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Herr Ahrens aus Cloppenburg zeigt mit seinem Leserbrief stellvertretend für viele andere, wieviel Halbwissen zum Thema Bundesstraßenausbau und Lkw-Verkehrsbelastung in unserer Gesellschaft besteht. Doch nützt es der Sache mehr, sich selbst zu informieren, statt gebetsmühlenartig immer die gleichen falschen Argumente nachzuplappern.

Ahrens stellt zwei Behauptungen auf; die erste stimmt so nicht; die zweite belegt er nicht.

1) Transitverkehr im allgemeinen ist Verkehr, der in Land A startet, durch Land B hindurchfährt und in Land C oder D ankommt. Schön und gut, nur hat das mit dem Durchfahrtverbot für Transit-Lkw ab 12 Tonnen, das von der Bürgerinitiative »Autobahn B213 Nein!« und dem VVC in Cloppenburg gefordert wird, überhaupt nichts zu tun. Die von Ahrens beispielhaft erwähnten Lkw Löninger Betriebe sind Quellverkehre, weil sie von hier aus wegfahren. Oder es sind Zielverkehre, weil sie von irgendwo hier ankommen. Die Lkw der heimischen Wirtschaft wären also vom Durchfahrtverbot niemals betroffen. Anders beim von den Ausbaubefürwortern geforderten Ausbau der Strecke, der logischerweise zur Refinanzierung eine Lkw-Maut nach sich zieht, die auch die heimische Wirtschaft treffen wird.

2) Ahrens behauptet wie so viele vor ihm, »... der LKW-Verkehr wird noch stark zunehmen.« Dieses Totschlagargument belegt er ebenso wenig wie Landräte, Kreistagsmitglieder oder gar Straßenbau-Experten. Es handelt sich um ein von der Straßenbau-Lobby seit Jahren verbreitetes Märchen, das durch seriöse Studien und Quellen nicht belegt ist. Im Gegenteil: Das DIW (das immerhin die seriösesten Zahlenwerke für die Bundesregierung liefert) stellte von 2000-2008 einen Verkehrszuwachs um 1,6 % fest - insgesamt, nicht pro Jahr! - Der Mautbericht 2007 der Bundesregierung stellt fest, dass der Lkw-Verkehr nur auf Autobahnen kontinuierlich etwas steigt, während er auf Bundesstraßen seit Jahren stagniert. Ein Grund mehr, warum die Bürgerinitiativen fordern, dass die B213 nicht zur Autobahn umgebaut wird, sondern so bleibt und ein Durchfahrtverbot für Transit-Lkw bekommt. Wer will denn ernsthaft ab frühestens 2025 hier mindestens doppelt so viel (!) Verkehr und damit einhergehende verdoppelte Belastungen? Zudem wird wohl die Umgehungsstraße in Lastrup dann ad absurdum geführt, weil von den jetzt bestehenden Anschlussstellen wohl zwei (West und Matrum) dann wieder gestrichen werden.

Ulf Dunkel
c/o Bürgerinitiative »Autobahn B213 Nein!«
Bergkamm 2
49624 Löningen