Verein »Verkehrswende Cloppenburg-Emsland« e.V.

21.03.2005: PM 05/2005: Anwalt sieht keine Gründe für Ausbau der B213 zur Autobahn


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PRESSEMITTEILUNG der »Bürgerinitiative Autobahn B213 Nein!«

NR. 5/2005
Datum: 21. März 2005

Bürgerinitiative gegen Autobahn, aber für Ortsumgehung Lastrup

Die Info-Veranstaltung der »Bürgerinitiative Autobahn B213 Nein! am letzten Donnerstag in Elbergen ist auf große Resonanz gestoßen. Viele Anlieger vor Ort sowie Gegner der Autobahn-Planungen aus der gesamten Hasetal-Region ließen sich vom Sprecherkreis der Bürgerinitiative über den aktuellen Stand der Planungen informieren.

Der Wildeshausener Fachanwalt Joachim Musch wies darauf hin, daß aufgrund der amtlichen Verkehrsdichte auf der B213 ein Ausbau zu einer vierspurigen Strecke mit Autobahn-Querschnitt nicht erforderlich sei. Im Herbst 2005 werden neue amtliche Zahlen ermittelt. Die Befürworter der Autobahn B213 hätten bisher weder eine Projektbeschreibung, noch ein verläßliches Gutachten, keine Umweltverträglichkeitsprüfung und auch keine Linienfindung für diese geplante Erweiterung in die Wege geleitet. Musch erläuterte, daß zum derzeit ausliegenden Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Cloppenburg jede Bürgerin und jeder Bürger formlos persönliche Einwendungen bis zum 25. März 2005 an den Landkreis senden könne und solle.

Jochen Engelberts präsentierte per Video-Beamer die Informationen, die die Bürgerinitiative seit erst drei Wochen schon gesammelt hat. Er wies darauf hin, daß viele Bürgerinnen und Bürger sich noch gar nicht im Klaren seien, welche Auswirkungen ein solcher Autobahn-Ausbau für die gesamte Region hätte. So wird z.B. nach den bisherigen Planungen der Haselünner Vorort Eltern durch die alte B213-Trasse und eine geplante Nordtrassierung quasi umzingelt. Für die Eisenbahn-Linie Meppen-Essen/Oldb. wäre diese Autobahn-Trasse aus mehrerlei Hinsicht wahrscheinlich das Aus.

Von ca. 40 Anschlußstraßen auf die jetzige B213 sind im Entwurf des RROP nur noch ca. 7 Auffahrten übrig. Das bedeutet, daß viele Landwirte weite Umwege zu ihren Feldern fahren müßten. Die bestehenden Busverbindungen des ÖPNV werden dann nicht mehr über die Autobahn geführt werden können. Die negativen Folgen für die Region seien in weiten Teilen noch gar nicht absehbar.

Die direkt Betroffenen, die an der alten B213-Trasse oder an der jetzt von der Stadt Löningen geplanten Nordumgehung leben, hätten schon jetzt Wertverluste von mindestens 20 Prozent für ihre Häuser und Grundstücke zu verzeichnen. Aber auch alle anderen Menschen im Hasetal würden, sollte die Autobahn B213 irgendwann einmal realisiert werden, mit erheblichen Nachteilen zu rechnen haben. Kaufkraft-Abfluß und das Ende der seit einigen Jahren erfolgreich ansteigenden Tourismus-Bemühungen im Hasetal wären als direkte Folgen sofort spürbar.